Dorsten, Hansestadt an der Lippe

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Schlüsselmoment Justine David„Ich habe hier alles was ich brauche“

So fasst Justine David die Vorteile ihrer Heimatstadt Dorsten zusammen. Während die 26-Jährige diese Sätze ausspricht, schaut sie auf die Kirchturmspitze der Innenstadt und hat die Brücke mit der Schleuse hinter sich. Sie ist davon überzeugt, dass das Gesamtkonzept hier einfach stimmt. Justine David ist in Dorsten, genauer gesagt im Stadtsfeld in der Feldmark geboren. Sie hat sich schon als kleines Kind immer von den Besonderheiten Dorstens faszinieren lassen „Als wir mit der Familie unsere Verwandten im Stadtteil Hervest besuchten, sind wir immer über diese Brücke gelaufen. Damals haben mich die Schleusenlichter bei Nacht sehr beeindruckt“, schwärmt Justine. Mit vier Jahren hat sie dann in Dorsten ihre Leidenschaft gefunden: Das Schwimmen. Sie ist im SV Delphin Dorsten Mitglied geworden und hat für Wettkämpfe trainiert. Jahre später stand dann die Schule auf der Agenda: 2013 absolvierte sie ihr Abitur am Gymnasium Petrinum.

Nach diesem Meilensteil standen viele Entscheidungen an, die ihren weiteren Weg bestimmten: Ausbildung? Studium? Andere Stadt? Oder hier in Dorsten bleiben? Für viele ihrer Freunde, mit denen sie zusammen ihr Abitur gemacht hat, war die Entscheidung klar „Viele wollten in Großstädte ziehen, aber ich wusste nicht ob das auch was für mich ist. Es ist zwar mal ganz schön für ein Wochenende eine Großstadt zu besuchen, aber dann reicht es mir auch wieder“, so Justine. Sie persönlich schreckte damals die Großstadt-Anonymität ab. Für sie hat Dorsten einfach mehr Lebensqualität und vor allem mehr Lebensgefühl. Sei es die Open-Air-Gastronomie „Oude Marie“, das Altstadtfest, die Bierbörse, das Herbstfest oder der Tanz in den Mai, Justine ist angetan von den Freizeitangeboten ihrer Stadt „Ich merke auch wie Dorsten mit den Generationen mitgeht, weil die Stadt auch viel für jüngere Menschen anbietet. Tatsächlich ist es auch so, dass die jungen Leute aus den großen Städten alle langsam wieder zurückkehren“, lacht Justine.

Ein Highlight für sie war letzten Sommer definitiv das Dorstener Festival „Hinter’m Kornfeld Rechts“, an das sie positive Erinnerungen hat. Im Sommer geht die 26-jährige gerne im Kanal schwimmen, macht Radtouren, geht in der Stadt in ihren Lieblingsläden shoppen oder besucht die nahegelegenen Kneipen. An Tagen, an denen Justine mal Ruhe braucht und den Kopf frei kriegen will, geht sie gerne im Wald spazieren. Für sie ist das eben die perfekte Mischung aus Stadtleben und Natur. Justine David arbeitet mittlerweile als Firmenkundenbetreuerin bei der Sparkasse und hat gerade ihren Betriebswirt gemacht. Für die Zukunft wünscht sie sich weiterhin Zufriedenheit und Ausgeglichenheit „Ich fühle mich pudelwohl in Dorsten“, grinst die 26-Jährige.

Schlüsselmoment Marcel Bromberek„Wir haben uns anfangs nicht gemocht“

So beginnen bekanntlich die besten Freundschaften. Zumindest war das bei Marcel Bromberek so, als er Drummer Kristian Fuldner im Kindesalter kennenlernte. Obwohl die beiden sich nicht ausstehen konnten, teilten sie Leidenschaft zur Musik. Sie fingen an die Toten Hosen zu hören, haben im Fahrradschuppen geprobt und ihr Schlagzeug aus Mayonnaisen-Eimern gebaut. Die damals 14-Jährigen Musiker mussten auch erstmal ihrem Image als Rock-Band gerecht werden: So sind sie aus ihrem Proberaum in Hervest geflogen, weil sie sich mit einem Feuerlöscher gejagt haben. „So ein Mist gehört auch dazu“, lacht Marcel. Im Januar 2006 war es dann soweit: Die sechsköpfige Band aus Posaune, Trompete, Bass, Drums, Gitarre und Gesang wurde gegründet. Schnell musste ein Name her „Wir wussten nicht wie wir heißen sollen also haben wir den Duden aufgeschlagen und es kam Horizontal heraus. Das fanden wir doof, also haben wir es auf Vertikal geändert“, lacht der 28-Jährige Marcel.

Marcel selbst, der von seinen Freunden meistens Töle genannt wird, hat im Alter von sechs Jahren angefangen Gitarre zu spielen – erst akustisch, dann aber dann ganz schnell elektrisch. „Hauptsache laut war mein Motto“, schmunzelt Töle. Die deutschsprachige Rockband, die von musikalischen Einflüssen wie den Toten Hosen, den Ärzten oder Farin Urlaub geprägt ist, hat sich in und um Dorsten einen Namen gemacht. Einer der bedeutendsten Auftritte für sie, war das Dorstener Event „Heimspiel“ im Treffpunkt Altstadt vor vier Jahren. „Es war wirklich komplett ausverkauft. Uns wurde gesagt, dass in der Geschichte des Treffpunkt Altstadt noch nie so viel Bier verkauft wurde“, so Töle stolz. Besonders dankbar, für diesen Auftritt und noch viele weitere in Dorsten, ist Vertikal dem Veranstalter Christian Joswig und seiner Frau Peti Joswig, ohne die Vertikal heute nicht da wäre wo sie sind. Ob als Vorband der bekannten Alternative-Rock-Band Donots, auf dem Red Balloon Festival am Leo oder auf dem Open-air Festival Rock am See, Vertikal ist überall auf der Bühne präsent.

Doch ein Highlight bleibt Marcel noch ganz lange in Erinnerung: Der Auftritt bei der Prosieben Show Circus Halligalli mit Joko und Klaas. „Wir haben so viele Eindrücke erlebt, so etwas vergisst man nicht“, schwärmt der Sänger. Fernsehmoderator Klaas hat Töle und seine Band Vertikal eingeladen, weil ihm ihre direkte Ruhrpott-Art gefiel. Einen Tag darauf haben sich die sechs Freunde eine Kneipe gemietet und es ordentlich krachen lassen. Ihr Auftritt hat Vertikal eine Menge Aufmerksamkeit gebracht – Zu dieser Zeit konnten sie sogar schon ihr erstes Album in die Kamera halten. Am Entstehungsprozess der Songtexte ist die ganze Band, sprich Töle, Kristian, Marek, Dan, Nico und Felix beteiligt und die Themen, die sie darin aufgreifen sind ganz verschieden „Wir versuchen den Spagat zwischen Freude und Melancholie hinzubekommen. Aber meistens werden unsere Songs tanzbar“, lacht Marcel. Für die Zukunft wünscht sich Töle, dass Vertikal wieder da anknüpfen kann, wo sie aufgehört haben. Neue Songs und neues Material stehen in den Startlöchern und nach der Corona-Krise möchten sie einfach wieder spielen, spielen, spielen.

Schlüsselmoment Peti Joswig„Die Menschen sprechen heute noch davon“

So beschreibt Peti Joswig das zweitägige Open-Air-Event „Dorstival“ mit einem Leuchten in den Augen. Ganze vier Mal fand das Festival auf der 60 Meter hohen Hürfeldhalde statt und verzauberte die Leute. Angefangen in 2009 mit lokalen Bands und selbst aufgebauten LKW-Hängern, entpuppte sich das Fest 2013 zu einem riesigen Event mit 15 namhaften, teilweise internationalen Bands, einer riesigen Bühne und einem Zeltlager. Auch Menschen von weiter weg, wie z.b. aus Bayern, zog es zum „Dorstival“ hin. Die Idee, die 12.000 Quadratmeter große Halde als Veranstaltungsort nutzen zu können, hatte Christian Joswig zusammen mit Altbürgermeister Lambert Lütkenhorst und dem Rockforum ausgearbeitet „Wir haben ganz klein angefangen und dann wurde es immer bekannter, bis es ein Selbstläufer war“, lächelt Peti, die ihren Mann stets bei Veranstaltungen unterstützt und selbst ein großer Musikfan ist.

Besonders gut kann sie sich an das Veranstaltungsjahr 2010 erinnern. An diesem Wochenende stimmte einfach alles für das Ehepaar „Es waren über 30 Grad und es war ein unglaubliches Feeling als später die Abendsonne über der Halde stand. Als die Leute von THW, Feuerwehr und Polizei auf ihren Fahrzeugen saßen und mitgefeiert haben, war das wirklich ein magischer Moment“, schwärmt die 55-Jährige. So magisch, dass sie sogar eine Träne verdrücken musste. Peti Joswig ist ein wahrer Musikmensch. Sie hat durch die vielen Veranstaltungen, die ihr Mann organisiert, viel mit jungen Bands zu tun und übernimmt auch gerne mal die Werbung für die regionalen Musiker via Facebook oder Instagram „Es ist so schön mit so vielen jungen Menschen zusammen zu sein, das hält jung.“ Für viele der Musiker sind wir schon so etwas wie „Mama und Papa“, lacht Peti. Ihr musikalisches Highlight auf dem „Dorstival“ war für sie, als Fan des Musikgenres „Rock“, vor allem die befreundete Band Vertikal. „Von Metal über Rock bis hin zu Blues, war jede Musikrichtung beim „Dorstival“ auf der Bühne vertreten. Auch das Publikum war bunt gemischt, von Jung bis Alt, waren alle dabei“, so die Wulfenerin.

Insgesamt 6.000 Leute haben an dem heißen Sommerwochenende auf der Halde friedlich miteinander gefeiert, getrunken, gegessen, an den Merchandise-Ständen vorbeigeschaut oder sich von der Musik entertainen lassen „Wir hatten schon richtig musikalische Größen bei uns, wie u. a. Extrabreit, Leningrad Cowboys, die Killerpilze oder auch Knorkator, deren Sänger damals in einem aufblasbaren Ball über das Publikum hinweg balancierte. Bands aus Amerika, Polen und England waren auf der Halde zu Gast“, erzählt Peti stolz. Nach dem „Dorstival“, das 2013 leider zum letzten Mal stattfand, freute sich Peti eigentlich nun auf die „kleinere“ Version des Dorstivals, das „Red Ballon Festival“ am Leo, das wegen Corona in diesem Jahr aber leider ausgesetzt werden muss. Sie liebt das Kunst- und Kulturprogramm rund um Dorsten und freut sich besonders, wenn sie es irgendwann nach Corona wieder aller gemeinsam genießen können. „Das wird einmalig“, lacht sie.

Schlüsselmoment Heribert Triptrap „Dann wurde erstmal gefeiert“

So beschreibt Heribert Triptrap den Moment, als seine Gruppe „Feierabend-Bier“ bei dem Jubiläumsfest in Rhade den Preis für die beste Tisch-Deko gewonnen hat. Bei dem zweitägigen Festwochenende vom 24. bis 25. Juni 2017 wurde der 800. Geburtstag von Rhade auf einer großen Festwiese gefeiert. 850 Besucher erlebten am Samstag eine Dorfolympiade und am Sonntag ein historisches Picknick mit Frühstück. Für das Picknick haben sich Heribert Triptrap und seine Crew „Feierabend-Bier“, bestehend aus 25-30 Leuten, etwas ganz Besonderes überlegt. Die Gruppe um Heribert hat ihre Kreativität spielen lassen „Für uns war sofort klar, wie wir unseren Tisch dekorieren werden“, lacht er.

Da die Truppe schon früher immer Jugendlagerfahrten gemacht hat und sich seit 1988 von einer Fahrt ins Zeltlager in Italien kennt, war die Dekoration im Camping-Gewand klar. „Wir haben alles grün dekoriert, haben Wäscheleinen gespannt und alte Fotos von früheren Lagerfahrten aufgehangen“, erklärt der 45-Jährige. Heribert, der bis 2000 noch in Schermbeck wohnte, ist durch seine Frau in die Gruppe reingerutscht. Damit gerechnet, dass sie tatsächlich gewinnen würden, haben sie nicht und waren somit umso glücklicher als Bürgermeister Tobias Stockhoff den Gewinner verkündete. „Der Preis war eine drei Liter Magnum-Flasche und ein Präsentkorb. Wir haben uns sehr gefreut. Das ganze Event war so toll, man hatte das Gefühl von einer großen Zusammengehörigkeit“, strahlt der Dorstener. Für den 45-Jährigen ist Gemeinschaft sehr wichtig: So konnte er die Freundschaft zur Truppe bis heute aufrechterhalten. Mit einem Treffen einmal die Woche im Sommer, einer jährlichen Stammtisch-Tour z.B. nach Berlin, Münster oder Oberhauen oder aber einem selbstorganisierten Weihnachtsmarkt, sind sie sehr aktiv. „Im Sommer treffen wir uns am Samstag nach Feierabend im Garten und quatschen“, erzählt er.

Heribert selbst blickt nur positiv auf das damalige Festwochenende zurück: Für ihn ist besonders der Weg dorthin mit den Vorbereitungen so schön. Im Vergleich zu anderen Festen hatte das Organisations-Team der Arbeitsgruppe 800 Jahre Rhade (entstanden im Bürgerforum Rhade), bestehend aus 14 Leuten, nur ein Jahr Vorlaufzeit. „Das ist wirklich beeindruckend, wie die Arbeitsgruppe das Fest gewuppt und eine Vielzahl an Einzelpersonen und Vereinen eingebunden hat. Da können sie echt voller Stolz zurückblicken“, so Heribert Triptrap. Heribert lebt bereits 20 Jahre in Rhade und fühlt sich sehr wohl hier. „Ich würde sagen, Rhade ist ein Dorf des zweiten Blickes. Wer nur die Durchfahrtstrasse sieht, erkennt nicht, was Rhade sonst noch bietet“, grinst der 45-Jährige Familienvater. Als er sich auf den Stadtteil eingelassen hat, hat er die schönen Ecken entdeckt und ganz schnell Anschluss gefunden.

Schlüsselmoment Jutta Kleine-Vorholt„Nichts geschieht, ohne dass ein Traum vorausgeht“

Dieses Zitat benutzt Jutta Kleine-Vorholt gerne, wenn Sie voller Leidenschaft von ihrem Schlüsselmoment erzählt. Den Traum vom eigenen Café musste Sie sich einfach erfüllen. Schon in ihrer Kindheit brannte ihr dieser Wunsch auf der Seele: Mit ihrer besten Freundin hat sie schon im Kindesalter ausgemacht, dass ihre Freundin ein Hotel aufmacht und sie selbst dann die Verpflegung übernimmt. Als Jutta älter wurde, hatte sie sich tatsächlich selbstständig gemacht: Allerdings mit einer Boutique für italienische Mode. Sogar hier hatte sie schon Kaffee angeboten und merkte schnell, dass die Idee vom eigenen Café mehr in ihrem Kopf verankert war, als sie zugeben wollte.

Sie liebte es schon immer es den Leuten mit Kaffee und Kuchen nett zu machen und mit ihnen zu plaudern. Als der Freiraumplaner Hans Rommeswinkel bei einer Landschaftsgestaltung auf dem Nachbarschaftshügel sagte: „Und hier müsste dann noch ein Café sein“, war es um Jutta geschehen. Genau da hat es Klick gemacht und sie hat ihr Kisok-Café Tante Guste vor ihrem geistigen Auge gesehen. „Einfach Schicksal“, meint Jutta. Der offene Garten, der früher als Nutzgarten eingesetzt wurde und von Jutta auch damals in ihrer Kindheit nicht betreten werden durfte, verwandelte sich in einen stylischen, modernen Garten mit Wow-Effekt. „Der Garten wird echt super angenommen, alle Besucher gehen auf die Terrasse und sagen wow wie schön“, so die Café -Besitzerin stolz. Aber nicht nur der Garten ist der Grund, weswegen die Leute hier Schlange stehen: Ihre verschiedenen Torten wie die beliebte Apfel-Weintorte oder Bratapfeltorte, die nach Geheimrezept zubereitet werden, gehen am Tag mehrfach über die Theke und werden von den Gästen genüsslich bei einer Tasse Kaffee verspeist. 

Das ländliche Fleckchen, in dem das Café Tante Guste ansässig ist, scheint auf den ersten Blick etwas versteckt für die Gäste. Dabei ist es der Knotenpunkt für örtliche Wanderer und Radfahrer aus der Region. Besonders stolz ist Jutta auf eine ihrer Gäste: Und zwar handelt es sich dabei um die TV-Moderatorin der Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ Simone Sombecki, die Tante Guste einen Besuch abgestattet hat und sich sehr beeindruckt zeigte. Jutta ist überglücklich mit Tante Guste. Sie wünscht sich, dass ihr Café weiterhin so positiv angenommen wird und freut sich schon auf die Zeit, wenn sich alle wieder in ihrem offenen Garten treffen und plaudern.

Schlüsselmoment Harald Kiy „Ich habe diesen Schritt noch nie bereut“

Wenn dann jetzt – Nach diesem Motto hat Harald Kiy damals in 1998 gehandelt. Der Gedanke auf eigenständiger Basis zu arbeiten, war schon immer sehr reizvoll für ihn. Hinzu kam: Der Markt war riesig und sein damaliger Arbeitgeber befand sich im Umbruch. Auch der Standort Dorsten für sein Unternehmen stand mit den Worten „wenn dann hier in meiner Heimat“ fest. Eigentlich schon konkrete Perspektiven für einen Neustart – Doch zwischendrin klopfte das Verantwortungsbewusstsein des Vollblutdorstener an und hielt ihn zurück.

Auch die Frage nach der Finanzierung legten ihm Steine in den Weg und ließen ihn wieder zweifeln. Harald’s Können blieb jedoch nicht lange unentdeckt: Der Dorstener Unternehmer Gerd Kleinsepel wollte für seine Bäckerei eine Website kreieren und wendete sich an Harald, der sie für ihn programmierte. Mit Erfolg: Herr Kleinespel war so begeistert, dass er Harald Kiy unterstützen wollte. Nach dem Motto „Wir haben die Ressourcen, du die Ahnung“, unterstützte er ihn zusammen mit seinem Steuerberater Horst Ripa und verhalf ihn bei dem Start seiner IT-Firma sector27.

21 Jahre später hat der Unternehmer sechzig Mitarbeiter und viele, große Kunden bundesweit. Rückblickend hat er diesen Schritt noch nie bereut. Gelernt hat er in der Zeit als eigener Chef vor allem das Management und das Netzwerken. „Als Unternehmer musst du schon auf die Welt zugehen“, erklärt er. Besonders an der Branche liebt er, dass er mit so vielen jungen Menschen zu tun hat und sich die Technik so rasant entwickelt. Wenn Harald Kiy in die Zukunft blickt, würde er gerne da weitermachen, wo er momentan mit seinem Betrieb steht. Außerdem wünscht er sich, dass wenn er irgendwann mal in den Ruhestand gehen sollte, jemand sector27 mit der gleichen Passion weiterführen würde. Bis heute hat der Unternehmer und Familienvater noch Kontakt zu Gerd Kleinespel und sieht ihn hin und wieder in seinem Stadtteil Hardt. Die Dankbarkeit für diesen Anstoß bleibt.

Schlüsselmoment Jessica Kentrup„Das war auf jeden Fall ein wunderschöner, unvergesslicher Tag“

So schwärmt Jessica Kentrup von ihrer traumhaften Hochzeit. Am 2. Oktober 2019 schlossen Jessica und ihr Ehemann Fabian Kentrup standesamtlich im alten Rathaus den Bund der Ehe. Drei Tage später gab sich das Dorstener Paar auch in der St. Matthäus Kirche in Wulfen das Ja-Wort. Dabei war es ein paar Jahre vorher noch gar nicht denkbar gewesen, dass die Zwei einmal vor dem Altar stehen werden. Kennengelernt haben sich Fabian und Jessica im Jahr 2011 über Freunde. In einer Hütte auf der Geburtstagparty von ihren Freunden Nina und Andre haben sie zum aller ersten Mal miteinander gesprochen. Richtig gefunkt hat es bei Jessica aber erst später. „Bei meinem Mann war es schon Liebe auf den ersten Blick, bei mir nicht. Ich habe etwas länger gebraucht“, lacht Jessica.

Doch dann war es am 07.09.2011 so weit. Ihr Mann ist bereits seit dem Jahr 2007 in der freiwilligen Feuerwehr aktiv. Davon war Jessica so angetan, dass sie 2015, ebenso wie ihr Mann, in die freiwillige Feuerwehr eingetreten ist. „Ich wurde von meinem Löschzug „Dorf Hervest“ und auch bei den Kameraden und Kameradinnen meines Mannes im Löschzug „Wulfen“ herzlich aufgenommen“, erzählt sie zufrieden. Nach sieben Jahren Partnerschaft der beiden gebürtigen Dorstener hat dann ihr Mann Fabian um ihre Hand angehalten. Bei der Maibaumparty im Jahr 2018 ging er auf die Knie. Nach dem Antrag konnte Paar nicht länger warten und hat sich direkt um einen Termin für die Hochzeit gekümmert. Da Fabian und Jessica im Sommer 2019 noch den Abschluss des Throns vom Schützenverein Dorf-Hervest hatten, haben sie sich bewusst für einen Termin im Oktober entschieden.

Der Oktober hatte es, wie erwartet in sich: Die kirchliche Hochzeit in der St. Matthäus Kirche war das Highlight für die Beiden. Über die Feuerwehrkameraden, die vor der Kirche Spalier standen, war Jessica besonders erfreut „Dass die Kameraden Spalier stehen, ist zwar eine alte Tradition, aber mit so vielen Kameraden und Kameradinnen haben wir wirklich nicht gerechnet. Das war schon ein überwältigendes Gefühl“, so Jessica. Von den Kameraden wurden die Hervester reichlich beglückwünscht und haben eine Rose für ihren Garten und eine Erinnerungsflasche geschenkt bekommen. Abends ging es dann zur Hochzeitsfeier über, die im Jägerhof Einhaus stattfand, eine Gaststätte im Dorf-Hervest. „Die Hochzeitsfeier war einfach mega. Eine wirklich tolle Feier mit super Leuten. Die Party wurde gerockt“, lacht Jessica. Flitterwochen hatte das Paar nicht wirklich. Nachholen wollten Jessica und Fabian das eigentlich in den Osterferien und nach Amerika fliegen. Das hat wegen Corona dann leider nicht geklappt. Für die Zukunft wünscht sich das Paar weiterhin viel Freude am Leben und, dass die Liebsten um sie herum immer gesund und glücklich bleiben.

Schlüsselmoment Hans Kratz„Das traf genau das, was ich schon immer machen wollte“

So erzählt der Dorstener Hans Kranz von seiner Reaktion, als Bürgermeister Tobias Stockhoff ihn gefragt hat, ob er denn Parkbürgermeister vom Bürgerpark Maria Lindenhof sein möchte. Das oberste Ziel dieses Projekts ist es, den rund 40 Jahren alten Bürgerpark neu zu gestalten und wieder zu beleben. Da musste der ehemalige Schulleiter nicht lange zögern: Nach seiner Pensionierung in 2016, suchte er nach einem geeigneten Betätigungsfeld für sich und fand genau seine Leidenschaft „Bei der Arbeit bin ich viel draußen, kann viele meiner bunten Ideen umsetzen und neue Kontakte knüpfen“, so Kratz. Seine Begeisterung für den Naturraum kommt auch nicht von ungefähr: An seiner alten Gesamtschule in Wulfen, hat er sich schon für die Natur eingesetzt. So hat er beispielsweise dafür gesorgt, dass der große, eigene Schulgarten bewirtschaftet blieb und hat im schuleigenen Bach ein Wasserrad installiert. „Ich beschäftige mich sehr stark mit dem Thema Klimawandel. Ich bin auch ein großer Greta Thunberg-Fan, das ist wirklich mein großes Anliegen“, schwärmt Hans.

Für dieses Anliegen setzt er sich auch mit vollem Tatendrang ein: Der Auftakt des Bürgerparks am 11. Mai war bereits ein voller Erfolg – Jeden Freitag und Samstag, über vier Monate lang, sind im Amphitheater der Oude Marie rund 60 Künstler*innen von Kabarett-Gruppen über Poetry Slammer bis hin zu Chören und Reggae Musikern, aufgetreten „Der Reggae-Abend war mein absolutes Highlight. Generell haben wir sehr viele positive Rückmeldungen zu den Events bekommen. Die Programmhefte wurden uns förmlich aus der Hand gerissen und die Menschen haben sich bei einem Glas Wein einfach mal auf etwas neues, außergewöhnliches eingelassen“, erzählt Hans Kratz zufrieden.

Mit den Kooperationspartner der Dorstener Arbeit, des Stadtteilbüros Wir machen MITte, des Altenzentrums Maria Lindenhof, der Agentur Schaukelbaum und der Stadt Dorsten, will der Verein Bürgerpark, mit dem Baubeginn im Mai 2020, eine Runderneuerung starten: Neue Bäume sollen an verschiedenen Stellen gepflanzt werden, ein großer Spielplatz soll gebaut werden und eine nachhaltige Parkinfrastruktur durch Sitzmöglichkeiten und Fahrradabstellplätze soll etabliert werden. Diese Arbeit macht Hans Kratz nicht nur unglaublich Spaß, sondern trägt auch Früchte: Mit diesem Projekt wurde die Stadt Dorsten als „Vorbildprojekt der Sozialen Stadt in NRW“ ausgezeichnet und geehrt „Da war man schon stolz“, strahlt er. Für die Zukunft wünscht sich Hans Kratz, dass er noch ganz lange für den Bürgerpark aktiv sein kann. Er will, dass die Events von den Dorstener*innen vielfältig genutzt werden können .„Mit diesem Bürgerpark haben die Menschen wirklich ein wertvolles Schmuckstück geschenkt bekommen.“

Schlüsselmoment Heide Göbel„Da habe ich gemerkt, dass ich etwas zurückgeben will“

So beschreibt Heidi Goebel den Moment, in dem es Klick gemacht hat. Angefangen hat es eigentlich mit einem schlimmen Ereignis in ihrem Leben: Der Tod ihres Vaters. Dennoch hat sie den Aufenthalt im Krankenhaus zum Lebensende ihres Vaters als sehr positiv wahrgenommen: „Wir konnten die ganze Nacht bei ihm sein und er konnte wirklich würdevoll sterben“, so Heidi. Hier hat sie gemerkt, dass sie gerne etwas zurückgeben möchte. Zunächst engagierte sich die Dorstenerin beim Malteser Hilfsdienst und veranstaltete alle vier Wochen einen Wohlfühlnachmittag für pflegende Angehörige. Hier konnten die Pflegenden ihren kräftezehrenden Alltag hinter sich lassen und Heidi Goebel’s offenes Ohr in Anspruch nehmen. Ein Jahr später wurde Heidi Goebel noch in den Seniorenbeirat gewählt, bis sie so zu ihrem neusten Projekt „Wir machen MITte“ gekommen ist: Momentan steckt sie ihre Energie in ihr Herzensthema dem Bürgerbahnhof von Dorsten. Ziel des Projekts ist die Aufwertung des Dorstener Bahnhofs. Gearbeitet wird besonders an der Erneuerung des Gebäudes, Gestaltung des Bahnhofsumfeld als auch an der Erneuerung der Bahnsteige und Gleisanlagen. Vor drei Jahren ist Heidi dem Projekt beigetreten und war somit von Anfang an mit an Bord der Bahnhofsfamilie: Was Sie besonders an der Planung schätzt ist, dass Bürger mitbestimmen können. Bis hierhin gab es schon mehrere Abende, wo Bürger ihre eigenen Ideen bezüglich des Bahnhofs einfließen lassen konnten. „Viele sind negativ eingestellt und sagen was willst du denn da bewegen. Doch ich bin überzeugt, wenn man seine Meinung und Wünsche äußert und wirklich etwas bewegen will, dann hier in diesem Projekt“, so Heidi überzeugt. Heidi ist auch sonst immer positiv eingestellt. Das Projekt besteht nämlich aus vielen Zeitfressern und Verzögerungen wie die Einhaltung von Denkmalschutz und Gewährleistung von Fluchtwegen und Brandschutz. Wenn auch viele sagen es passiert nichts, so bleibt sie euphorisch und aktiv. Denn Heidi Goebel und die 20 aktive Engagierten sind „Macher“ „Ich will mich nicht mit 70 Jahren zur Ruhe setzen“, so die Dorstenerin. Auf die Frage, woher ihr Drang kommt sich so einzusetzen, entgegnete sie nur „das ist einfach da“. Die Dorstenerin ist der Meinung, dass wenn sie neugierig bleibt, sie weiterhin etwas bewirken kann und sich gleichzeitig geistig fordert. Um auf den leerstehenden Bahnhof aufmerksam zu machen, haben seit 2016 mehrere Kunstprojekte stattgefunden. Unterstützt wurden sie vom Kunstverein "Virtuell/Visuell" mit verschiedenen Veranstaltungen am und im Bahnhof. Zusätzlich fand im Jahr 2018 eine Fotoausstellung von Gerhard Strötzel/Schölzbach und Doris Gerhard statt. Das letzte Projekt war dann die 140-Jahr-Feier. Zum 140-jährigen Bahnhofsfest wurden stündlichen Pendelfahrten mit dem Oldtimer-Schienenbus „Roter Brummer“, Grafitti-Workshops und auch Theatervorstellungen angeboten. Für Heidi ist das alles toll: Sie wünscht sich, dass das Projekt Bahnhof so wie es geplant ist auch durchgeführt werden kann. Denn sie möchte mithelfen, in Dorsten etwas zu bewegen.

 

Schluesselmomente Alexander Stroick„Ganz viele haben uns gesagt: das war genial!“

So berichtet Alexander Stroick zufrieden von dem selbst organisierten Open Air Event „Brotzeit“. Rund 800 Menschen machten sich im September 2018 mit Stühlen, Bänken und Kerzen auf den Weg zur Festwiese und brachten sich selbst Wein, Dips und Käsehäppchen mit – für eine Sommernacht der besonderen Art. Auf der eindrucksvollen Bühne war dann die Schützenkapelle Rhade zu sehen. Für Alexander war dieses musikalische Picknick ein absolutes Highlight in 2018. Das war es aber nicht nur für ihn – zahlreiche Gäste kamen auf ihn zu und lobten das gemütliche Miteinander „Ich war am Anfang zurückhaltend. Es ist wirklich schwer so ein Fest, dass bisher noch keiner kennt, langfristig zu etablieren. Doch die erste Resonanz war bombastisch. Von allen Seiten kam die Aufforderung: „Ihr müsst dieses Event noch einmal veranstalten“, erzählt Alexander. Der 38-Jährige hat es geschafft: Endlich haben auch Menschen aus anderen Ortsteilen einen Bezug zu Rhade und etwas, was Sie mit dem Ort verbinden können.Die Vorbereitungen für die „Brotzeit“ 2020 laufen schon auf Hochtouren: Getränke und Speisen, eine Strohburg für Kinder und ein Stockbrotstand sind in Planung.

Der gebürtige Dorstener ist schon seit 24 Jahren Mitglied der Schützenkapelle Rhade e.V. und hat dort auch die Trompete gelernt. Mittlerweile spielt er mit im Hauptorchester mit 70 weiteren aktiven Musikern und liebt das gemeinsame Musizieren „Wir sind eine sehr heterogene Gruppe. Der jüngste Musiker ist 8 Jahre alt und der Älteste 82 Jahre alt - und Alle verstehen sich. Das ist nicht selbstverständlich.“, schwärmt Stroick. Auch die Arbeit als erster Vorsitzender des Vereins, die er in 2019 übernommen hat, macht ihm Spaß. In dieser Rolle muss er den Überblick bewahren, die Leute zusammenhalten und den Verein mit der Vision weiterentwickeln.

Von Blasmusik und Schlager über Rockmusik und Blues bis hin zu Medleys lässt sich das Blasorchester in seinen Genres keine Grenzen setzen. Im Jahr spielt das Orchester bis zu 50 Auftritte – Ob ein Neujahrskonzert in einer vollen Sporthalle oder die Verabschiedung des Bergbaus mit einem Auftritt auf der Zeche Fürst Leopold, für Alexander Stroick ist eins wichtig: „Ich mag Auftritte die vom Standard abweichen“, erklärt er. Bei diesen Auftritten kann aber auch schon mal etwas schiefgehen: „Beim großen Zapfenstreich in Dorsten, sind alle Trompeter akkurat nach vorne marschiert, haben sich vor der Kapelle aufgebaut, den Einsatz einstimmig verpasst und nach dem Stück sind alle wieder eingetreten ohne einen Ton gespielt zu haben. Das war so verwirrend für die Zuschauer, dass keiner wusste ob das jetzt zur Show gehört oder nicht.“, lacht der 38-Jährige laut. Für die Zukunft wünscht er sich, dass das Team genau so bleibt wie es ist und alle weiterhin so sehr Spaß an der Musik zeigen „Denn die Musik bleibt immer im Fokus“.

 

Öffnungszeiten:
montags bis freitags 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr
samstags von 9.30 Uhr bis 14.00 Uhr

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Stadt Dorsten – Stadtagentur
Recklinghäuser Straße 20, 46282 Dorsten
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Tel.: 02362 308080, Fax: 02362 3080888

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